Warum die nigerianische Ordensfrau Schwester Mary in Kolbermoor eine zweite Heimat hat
Schwester Mary (rechts) vor dem neuen Kindergarten, an ihrer Seite eine der 13 Mitschwestern, die sich um die rund 60 Mädchen und Buben kümmern, die im Waisen- und Kinderhaus „Madonna Angels“ leben. re

Die Verbindung zwischen der nigerianischen Ordensfrau Schwester Mary und Kolbermoor besteht schon seit Jahren. Ein Förderverein aus der Stadt unterstützt sie bei Ihrem Einsatz für Waisen. Schwester Mary plant jetzt ein neues Projekt.

Kolbermoor – Die Mädchen und Buben sitzen auf kleinen bunten Stühlchen. Nach dem Unterricht rollen sie ihre Matten aus und machen Mittagsschlaf: Der Kindergarten ist endlich fertig. Es ist eines der neuen Projekte von Schwester Mary, diekürzlich den zehnten Geburtstag des Waisen- und Kinderhauses „Madonna Angels“ in Atani in Nigeria gefeiert hat. Jetzt plant die 59-Jährige auf dem Dach des Kindergartens eine Schule – „Bildung ist das Fundament von allem“,so Schwester Mary.
Förderverein in Kolbermoor 2007 geründet

Über den neuen Kindergarten, der wie das Waisen- und Kinderhaus nach europäischen Standards gebaut wurde, freut sich auch der Kolbermoorer Förderverein „Madonna Angels“, der seit 2007 besteht und von zwölf Kolbermoorern gegründet wurde, und unermüdlich Spenden sammelt. Vize-Vorsitzende ist Marianne Mayer. Sie war schon mehrmals dort und konnte sich ein Bild machen von der „Oase im Chaos“.

2003 hat Schwester Mary angefangen, das Waisenhaus zu bauen. Sie kam nach Kolbermoor, um in einer Klinik in Bad Aibling zu arbeiten, um so Geld für ihr Projekt zu verdienen. 2004 hat Mayer Schwester Mary kennengelernt.

Rund 60 Kinder betreut Schwester Mary im Waisen- und Kinderhaus in Atanai. Im neuen Kindergarten halten die Kleinen auch Mittagsschlaf.

Immer mehr Kolbermoorer und auch Firmen wurden auf Schwester Marys Projekt aufmerksam – und es kamen viele Spenden zusammen. „Einmal konnte sie einen Lkw kaufen und hat ihn mit gespendeten Möbeln und Badewannen beladen“. An die Schulmöbel kann sich Mayer noch genau erinnern – „auf denen habe ich selbst gesessen“, erzählt sie und lacht.
Schwester Mary verlässt Kolbermoor 2009 in Richtung Nigeria.

Zwischenzeitlich ist Schwester Mary immer wieder nach Nigeria geflogen, um sich vom Bau-Fortschritt zu überzeugen. Dann beauftragte sie Ike, einen jungen Mann, der vor Ort alles koordinierte. Ike ist bis heute an Schwester Marys Seite. 2009 ist Schwester Mary dann endgültig nach Nigeria zurückgekehrt.

Damals war das Waisen- und Kinderhaus noch gar nicht ganz fertig, dennoch wurde es eröffnet.
Das erste im Waisenhaus geborene Baby wird nach einem Kolbermoorer benannt

Im Sommer 2009 kam das erste Baby im noch unfertigen Haus zur Welt. Schwester Mary taufte den Buben auf den Namen Peter  –  „er wurde nach dem Schirmherrn des Projekts „Madonna Angels“ unserem Bürgermeister Peter Kloo benannt“, so Mayer. „Heute ist der kleine Peter zehn Jahre alt, er lebt immer noch dort, geht zur Schule, ist Ministrant und ein aufgeweckter Junge“.

2010 kam Mary wieder nach Kolbermoor, um Geld zu verdienen. „Ich habe sie damals vom Flughafen abgeholt“, erinnert sich Marianne Mayer. Im Auto erzählte Schwester Mary, dass sie zwar Arbeit habe, aber der Vermieter ihr kurzfristig mitgeteilt hatte, dass es mit der Wohnung nicht klappt.
Schwester Mary wohnt bei Kolbermoor-Besuchen bei Familie Mayer.

Marianne Mayer sprach mit ihrem Mann und Schwester Mary zog zu Familie Mayer – „hier ist sie daheim. Und immer wenn Schwester Mary jetzt nach Kolbermoor kommt, wohnt sie bei uns. Sie gehört zur Familie“, sagt Mayer, die nächtelang mit Schwester Mary ratscht, wenn sie hier ist.

2010 war ein Schicksalsjahr: Acht Monate war Schwester Mary damals in Kolbermoor – es war kein Geld mehr da und wir haben uns gefragt, wie es weitergehen soll, erinnert sich Mayer. „Wir haben alle gebetet und dann stand fest: Wir machen weiter.“ 2011 „kam dann der Durchbruch. Wir fingen an mit den Patenschaften“.

2014 wurde das Waisen- und Kinderhaus dann feierlich eingeweiht. Mithilfe von Spenden konnte Schwester Mary eine Photovoltaik-Anlage anschaffen – „ein absolutes Luxusgut in Nigeria, schließlich fällt ständig der Strom aus“. Ein Glücksfall, über den sich nicht jeder freute: Ein Priester vor Ort erzählte „über Schwester Mary, dass sie die Kinder verkaufe und so an das Geld komme“, so Mayer.
So sahen die Bauarbeiten des Kindergartens aus. Jetzt ist er fertig, aber die Arbeiten gehne weiter: In den ersten Stock soll eine Schule.

Plötzlich standen 25 bewaffnete Polizisten vor dem Kinderheim. Die Kinder wurden versteckt, Schwester Mary festgenommen. Mithilfe unterschiedlicher Kontakte gelang ihr die Flucht nach Kolbermoor. Es wurden Briefe samt Spenden-Quittungen an die Kardinäle verschickt – „und wir sind nach Altötting gefahren und haben gebetet“. Von oben kam prompt Hilfe: Schwester Mary kehrte nach Nigeria und ihren Kindern zurück. Der Priester sagte: „Ich werde dir nicht helfen, aber ich lasse dich in Ruhe“, erzählt Mayer.
Zwei Koffer voller Deospray

Seither arbeitet Schwester Mary unermüdlich an ihrer Oase: „Jeder, der bei ihr lebt, hat einen Sechser im Lotto.“ Sie kümmert sich um Waisen, um junge Mütter und junge schwangere Frauen und organisiert Armenspeisungen. Immer wenn Marianne Mayer sich aufmacht nach Nigeria hat sie zwei Koffer voller Mitbringsel: „Am beliebtesten sind Deosprays.“ Vor Ort packt sie mit an –  auch wenn es mit der Verständigung manchmal schwer ist. Dann verständige man sich mit Händen und Füßen.

Mayer kümmert sich um die Kinder, kauft ein, kocht, wäscht Windeln. Kommt sie zurück nach Kolbermoor, sei sie geerdet und wisse, wie gut es ihr hier geht. Das nächste Wiedersehen steht auch schon fest: Schwester Mary kommt im Sommer nach Kolbermoor. Und sie zieht zu Marianne Mayer – zu ihrer zweiten Familie nach Kolbermoor.

Peter ist das erste Kind, das in Schwester Marys Kindheim geboren wurde.

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Mit fröhlichen Gesichtern hat eine Gruppe angehender Kommunionkinder samt ihrer Initiatorin Maria Griselli (links) einen Spendenscheck über 300 Euro für das Projekt „Madonna Angels“ in Nigeria an Marianne Mayer (rechts) übergeben.

Sie leitet als Zweite Vorsitzende des Fördervereins die Geschäfte für Schwester Mary, die im Herbst wieder in Kolbermoor weilen wird, aber sich jetzt schon über die gute Tat für ihr Waisenhausprojekt freut. Beim „Klöpfeln“ begleitete Maria Griselli die Kinder. Bei der Übergabe erläuterte Marianne Mayer den Kindern die Arbeit von Schwester Mary in Nigeria. Die Mädchen und Buben waren beeindruckt, als sie von ihr erfuhren, dass die Kinder dort froh sind, in die Schule gehen zu dürfen. Sedlbauer

Initiatorin Maria Griselli (links) und angehende Kommunionskinder überreichen Spendenscheck über 300 Euro für das Projekt „Madonna Angels“ in Nigeria an Marianne Mayer (rechts)

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Kolbermoor/Atani – Bereits seit zehn Jahren besteht das Waisen- und Kinderheim in Atani in Nigeria.

Die Kolbermoorer Bevölkerung hat mit dem Förderverein „Madonna Angels“ in Kolbermoor einen großen Anteil am Entstehen und jetzt auch am laufenden Betrieb mit über 60 Kindern, die täglich drei Mahlzeiten bekommen, die eine Schulbildung erhalten und medizinisch gut versorgt werden.

Außerdem findet wöchentlich eine Armenspeisung statt, der neu erbaute Kindergarten hat den Betrieb aufgenommen, es werden dort auch Kinder aufgenommen aus armen Familien, die sich einen Kindergarten- oder Schulbesuch nicht leisten können. Daher ist es mehr als erfreulich, dass bereits seit zehn Jahren dieses große soziale und karitative Werk am Laufen ist. Schwester Mary hat ein großes Fest veranstaltet und viele Bilder nach Kolbermoor geschickt, da leider niemand aus Kolbermoor dabei sein konnte. Es wurde mit einem Festgottesdienst begonnen und mit Tanzen und Musik ein wunderbarer Tag gemeinsam verbrach

Schwester Mary(rechts) hat veranlasst, dass Fotos des Jubiläums-Festes im Kinderheim in Atani in Nigeria die Unterstützer in Kolbermoor erreichen. re

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Adolf-Rasp-Grundschule: Schüler erlaufen 7755 Euro

Vor kurzem fiel der Startschuss zum Spendenlauf an der Adolf-Rasp-Grundschule in Kolbermoor für den Bau eines Kindergartens und einer Grundschule in Nigeria.

Die Schüler drehten ihre Runden, um möglichst viele Spenden zu generieren. Und das hat geklappt: Insgesamt erliefen sie 7755 Euro. Im Rahmen einer Schulvollversammlung wurde das Geld an den Förderverein Madonna Angels übergeben. Darüber hinaus bedankte sich der Förderverein im Namen von Schwester Mary und ehrte die Leistungen der Klassen mit Urkunden und Eisgutscheinen. re

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Nachdem Sr. Mary Augustina heuer im August in Kolbermoor war und wegen Urlaub und Ferien kein Info-Tag stattfinden konnte wollen wir hiermit die Gemeinde über das Projekt in Nigeria informieren.

Kinder im Waisenhaus - Madonna Angels
Kinder im Waisenhaus – Madonna Angels

Durch die überaus große Bereitschaft der Kolbermoor, besonders der beiden Pfarrgemeinden, ist das Kinder- und Waisenhausprojekt in Atani mittlerweile zum Vorzeigeobjekt geworden.

Sr. Mary hat einen neuen Orden gegründet, die „Missionarinnen von Maria,  Mutter der Zuflucht.“

Kinder im Waisenhaus - Madonna Angels
Kinder im Waisenhaus – Madonna Angels

Sie hat bereits 13 Schwestern und Postulantinnen, die ihr bei der Bewältigung der vielfältigen Aufgaben behilftlich sind. 2 Schwestern arbeiten außerhalb und tragen zum Aufbau der Schwesterngemeinschaft auf diese Weise bei. Schwester Mary ist sehr glücklich über diese Fügung.

Missionarinnen von Maria,  Mutter der Zuflucht - Schwesternn
Missionarinnen von Maria, Mutter der Zuflucht

Alle Kinder gehen in den Kindergarten oder in die Schule. 3 Mahlzeiten am Tage sind in Afrika nicht üblich genau wie eine umfassende medizinische Versorgung. Dank unserer Paten und Spender kann Sr. Mary den Kindern eine unbeschwerte Zeit ermöglichen. 3 der Jungs sind seit Mai ganz stolze Ministranten. Zur Zeit leben über 50 Kinder , Mitarbeiter und Schwestern im Heim, es sind fast 80 Personen. Wöchentlich machen die Schwestern eine Armenspeisung und arbeiten in der Pfarrei mit.

Das Heim und Sr. Mary und die Schwestern sind für alle Menschen in der Region eine große Bereicherung. Eine Oase der Hilfe und Barmherzigkeit, nicht nur für die Bedürfnisse des Körpers auch für Seele und Geist.

Kinder im Waisenhaus - Madonna Angels
Kinder im Waisenhaus – Madonna Angels

Leider hat im September wieder eine Flutkatasprohe in der Region  Onugu die Menschen in Schrecken und Not versetzt. Das Haus war geflutet, nur war es diesmal nicht so schlimm als das letzte Mal und die Schäden halten sich in Grenzen. Die Kinder und Schwestern mussten auch nicht evakuiert werden.

Sr. Mary bedankt sich für die materielle Unterstützung aber auch für die vielen Gebete, mit der die Kolbermoorer Freunde ihre Arbeit  unterstützen.

Rund 400 Schüler der Grund- und Hauptschu­le St. Georg in Bad Aibling waren dazu aufge­rufen, für einen guten Zweck in ihre Laufschu­he zu steigen. Beim so­genannten „Solidaritätslauf“ in Willing drehten die Kinder und Jugendlichen auf einer 400-Meter-Strecke ihre Runden und wurden für jede absolvierte Bahn durch Sponsoren mit einem festen Geldbetrag unterstützt.

Bad Aibling – Durch kräftige Mithilfe einiger gewerblicher Sponsoren, die für die Ver­pflegung auflrnmen, und so­gar mitlaufender Polizeibe­amter kam so die Summe von 16300 Euro zusammen. Die Schüler selbst konnten im Anschluss aus vier ver­schiedenen Alternativen aus­wählen, welches karitative Projekt mit diesem Geld un­terstützt werden sollte. Rela­tiv eindeutig entschied man sich zugunsten des Hilfsprogramms der nigerianischen Ordensschwester Mary Au­gustina Uyanne, die in der Ortschaft Atani im Süden des afrikanischen Landes ein Waisenhaus erbaut hat und dieses seit einigen Jahren er­folgreich betreibt. Gemein­sam mit lrmi Glas vom Kol- bermoorer Förderverein „Madonna Angels“ war Schwester Mary, die sich der­zeit in Deutschland aufhält, in die Turnhalle der Schule gekommen, wo im Rahmen einer kleinen Feierstunde der Scheck über die Spenden­summe übergeben wurde. Nach der schwungvollen Einführung durch eine fünfte Klasse, die eigens eine Trom­mel-Choreografie einstudiert hatte, begrüßte Rektor Wolf­gang Baumann die anwesen­den Schüler und Kollegen und dankte allen Unterstüt­zern für ihren großen Ein­satz. Auch lrmi Glas zeigte sich begeistert über den Empfang und berichtete den Kindern und Jugendlichen aus der Geschichte des Wai­senhauses, das 2014 einge­weiht wurde. Zurzeit bietet es 42 Kindern und zehn schwangeren Frauen ein ge­sichertes Heim, in dem sie regelmäßig mit Mahlzeiten und medizinischer Betreuung versorgt werden.

Die versammelte Schülerschaft bei der Spendenübergabe.
Die versammelte Schülerschaft bei der Spendenübergabe. – Foto Sedlbauer

Für die laufenden Kosten, die Entlohnung des Perso­nals und die Bereitstellung von Hilfsgütern kommt der Förderverein „Madonna An­gels“ derzeit mit mehreren 1000 Euro pro Monat auf. Auch eine gute Schulbildung und damit die Chance für ei­ne bessere Zukunft sollen den Kindern in Atani da­durch ermöglicht werden. Hierzu ist derzeit der Bau ei­nes eigenen Kindergartens geplant, für den nun auch die Spendengelder aus Bad Aib­ling verwendet werden. An­stelle der bisher als Kinder­garten genutzten Bauruine, die über praktisch keine Aus­stattung an Spiel- und Lern­geräten verfügt und noch da­zu in einem gefährlichen Be­zirk gelegen ist, ·wird auf ei­nem bereits erworbenen Grundstück eine sichere, so­lide gebaute und gut versorg­te Einrichtung entstehen.

Übergabe des Spendenschecks durch die Schüler mit der längsten Laufstrecke an lrmi Glas und Schwester Mary.'
Übergabe des Spendenschecks durch die Schüler mit der längsten Laufstrecke an lrmi Glas und Schwester Mary. – Foto Sedlbauer

,,Wir möchten zusehen, dass möglichst viele unserer Kinder in diesen Kindergar­ten und dann in die Schule gehen können“, zeigte sich Schwester Mary in ihren Worten an die versammelten Schüler optimistisch. Sicht­lich bewegt von der freundlichen Aufnahme und der großzügigen Spendensumme stimmte die Ordensfrau spontan mit den Kindern ein Lied an und dankte den Ver­antwortlichen mehrfach für ihr Engagement.

Schwester Mary bedankt sich gemeinsam mit lrmi Glas vom Förderverein bei den Unterstützern.
Schwester Mary bedankt sich gemeinsam mit lrmi Glas vom Förderverein bei den Unterstützern. – Foto Sedlbauer

Als kleine Anerkennung seitens des Fördervereines und stellvertretend für die Leistung aller Schüler erhiel­ten im Anschluss diejenigen Läufer, die in ihrer Jahr­gangsstufe die weiteste Stre­cke absolviert hatten, eine Dankesurkunde und einen“Eisgutschein“. Der Lehrerchor der Schule setzte mit einem afrikanischen Lied den Schlusspunkt unter die Veranstaltung.
Mangfallbote sel

Ihr Projekt „Madonna Angels“ ist ein Licht­blick für verwaiste Kin­der in Nigeria – doch nicht nur ihr Projekt. Schwester Mary selbst gibt den vielen im Elend geborenen Kindern Hoffnung, Stärke, Halt. Zur Zeit ist die-beein­druckende und überaus bescheidene Ordensfrau zu Gast bei ihren Freun­den in Kolbermoor.
VON EVA-MARIA GRUBER

Kolbermoor – Im Traum sei ihr der Herr erschienen und habe zu ihr gesagt: ,,Mary, hilf den Kindern.“ Sie habe in diesem Traum Gott ge­spürt, ihn und die Kinder ru­fen gehört.
Schwester Mary hat sich diesem Ruf gestellt. Ein Ruf, der nicht leicht war und ist, wie sie bei ihrem Besuch in der Redaktion des Mangfall­boten in Kolbermoor gesteht. Gottes Wege sind mit He­rausforderungen verbunden -Herausforderungen, die mit­unter sogar den Einsatz des eigenen Lebens fordern. So ist in ihren Erzählungen vom Alltag in Nigeria von Entfüh­rung, von Tod, von Miss­brauch die Rede, aber auch von großer Freude und von den vielen Talenten, die in den Kindern stecken – und die die Ordensschwester zu­samen mit ihren 13 Mit­schwestern durch Schulbil­dung wecken und fördern will. ,,Bildung ist das Funda­ment“, sagt Schwester Mary resolut.

Von Gott berufen, Kindern u helfen: Schwester Mary mit ihrer Freundin Marianne Mayer, die seit Jahren afs zweite Vorsitzende im Verein „Madonna Angels" tätig ist- und das Waisenhaus in Nigeria schon besucht hat.
Von Gott berufen, Kindern u helfen: Schwester Mary mit ihrer Freundin Marianne Mayer, die seit Jahren afs zweite Vorsitzende im Verein „Madonna Angels“ tätig ist- und das Waisenhaus in Nigeria schon besucht hat. – Foto GE

Wer auf die elenden Le­bensbedingungen in Nigeria blickt, den wundert nicht, dass Schwester Mary mit ih­rem Projekt „Madonna An­gels“ inzwischen zu einer Art Ikone in der Stadt Atani ge­worden ist. Buchstäblich mit nichts ist sie in diese Stadt aufgebrochen und hat sich den verwaisten Kindern zu­gewandt. Inzwischen leben 44 davon in der Obhut der Schwester. Das Waisenhaus sei nach europäischem Stan­dard gebaut, führt Marianne Mayer aus, was es erheblich unterscheidet von den umlie­genden Bauten. Mayer weiß, wovon sie spricht, hat sie doch ihre Freundin in Nige­ria besucht, sich selbst ein Bild von den dortigen Zu­ständen gemacht. Beeindru­ckend und belastend sei das Erlebte, betont Mayer. Belas­tend deshalb, weil die Kluft zwischen dem Leben hier in Europa und dem Leben dort in Nigeria größer nicht sein könnte. ,,Wir leben hier im Paradies – aber ein Paradies, das auf den Rücken anderer aufgebaut ist“, so Mayer.

„Madonna Angels“ ist ein Projekt, das 2003 von Schwester Augustina Uyanne ins Leben gerufen wurde. Mit Hilfe von Spenden errichtete sie in ihrer Heimat, der Erz­diözese Onitsha, ein Waisen­haus – das einzige in der gan­zen Umgebung. In Ogbaru (Onitsha) leben, wie in ganz Nigeria, 70 Prozent der Be­völkerung in Armut. Flie­ßend Wasser und ausrei­chend Nahrung sind Luxus­güter, die sich nur ein gerin­ger Teil der Bevölkerung leis­ten kann. Mit fast vier Millio­nen Aidskranken und auf­grund mangelnder medizini­scher Versorgung liegt die durchschnittliche Lebenser­wartung in Nigeria bei 49 Jahren. Viele Kinder haben ihre Eltern durch Aids oder andere Krankheifen verloren. Sie leben als Vollwaisen auf der Straße. Um ihnen eine Perspektive für die Zukunft und ein sorgendes Zuhause zu geben, sammelt Schwester Mary in Deutschland für den Bau und den Unterhalt des Waisenhauses „Madonna Angels Orphanage Horne“.
Seit 2003 unterstützen die Kolbermoorer die Schwes­tern in Nigeria. Den Erstkon­takt knüpfte damals Kathari­na Hauser, 2007 wurde der Verein „Madonna Angels“ in Kolbermoor gegründet. Jetzt konnten Spendenquittungen ausgestellt werden – und die Bereitschaft zu spenden war und ist in Kolbermoor groß. Inzwischen sind schon rund 360 000 Euro zusammen ge­kommen. Über 20 ständige Patenschaften ermöglichen nachhaltig den Betrieb des Waisenhauses. Wer jetzt glaubt, Schwester Mary sieht sich nur noch als Verwalterin des bisher Geschaffenen, hat sich getäuscht: Als nächstes Projekt will die Ordensfrau einen Kindergarten bauen -ebenfalls nach europäischen Standards, denn der Kinder­garten der Stadt ist „eine Be­tonruine mit ein paar Plastikstühlen direkt neben der Hauptstraße“, weiß Marian­ne Mayer. Beim Lebenslauf für Schwester Mary, der kürzlich in Bad Aibling statt­fand, wurden hierfür schon 16 000 Euro gesammelt.

Ja, und dann muss die Mis­sionsschwester noch vom zu­ständigen Bischof die Zu­stimmung für ihren neu ge­gründeten Orden „Missions­schwestern von Maria, Mut­ter der Zuflucht“ bekommen. Die Konstitution ist schon ausgearbeitet, liegt dem ho­hen Würdenträger vor und wurde schon befürwortet.
Woher sie die Kraft für ihre großen Aufgaben nimmt? Lächelnd deutet sie mit dem Zeigefinger nach oben und verweist auf die Bibel. Trost und Zuversicht schöpfe sie aus dem Gleichnis vom Gericht des Menschensohns über die Völker (Matthäus 25, 31 ff): ,,Amen, ich sage euch: Was ihr für einen mei­ner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“
Mit dem Wissen um die gu­te Führung Gottes bricht Schwester Mary Ende August wieder auf zu den Waisen­kindern – sie weiß, sie ist nicht allein: Auch die Kol­bermoorer stehen ihr zur Sei­te.

Eines der größten Aus-. hängeschilder karitati­ven Engagements in Kolbermoor ist wohl
seit nunmehr 14 Jahren das Waisenhausprojekt, das Schwester Mary Au­gustina Uyanne in der Ortschaft Atani im südli­chen Nigeria leitet. Zahlreiche Hilfen, Pa­tenschaften und gute Wünsche von Kolber­moorer Bürgern haben zum Gelingen des Pro­jektes beigetragen und begleiten es bis heute.
VON LEONHARD SEDLBAUER

Ebenso leben wie schon seit einigen Jahren auch obdach­lose schwangere Frauen und junge Mütter im Heim, dazu kommen noch einige Helfer und Mitarbeiter.
Besonders froh ist Schwes_ter Mary, dass die älteren Heimkinder ebenfalls tatkräf­tig mit anpacken und sich vor allem um die jüngeren Kinder kümmern. Bei einem derart großen Projekt, wie es das Waisenhaus mit all sei­nen Angeboten und Einrich­tungen ist, stellt sich für die umsichtigen Verantwortli­chen naturgemäß immer auch die Frage nach der Zu­kunft.

Waisenhaus mit Kindern
Waisenhaus mit Kindern

Nachfolge von Schwester Mary bereits geklärt

Trotz der großen Hitze war der Pfarrsaal Heilige Dreifaltigkeit voll besetzt, als mit Hilfe des Fördervereins „Waisenhaus Madonna Angels“ die Pfarrei ein Benefizkonzert zugunsten des Projekts von Schwester Mary in Nigeria gab. Zwischen den einzelnen Darbietungen wurden Bilder vom Baufortschritt des Waisenhauses und vom Alltag der dort lebenden Kinder gezeigt.

Kolbermoor – Seit 2003 sammelt Schwester Mary durch den Förderverein Madonna Angels mit Vorsitzendem Helmut Kaps Spenden für den Bau des einzigen Waisenhauses in ihrer Heimat, der Erzdiözese Onitsha. Der Förderverein ist ein privater, gemeinnütziger, politisch und konfessionell unabhängiger Verein, der mit ehrenamtlichen Helfern unter der Schirmherrschaft des Kolbermoorer Bürgermeisters Peter Kloo arbeitet. Immer wieder kommt Schwester Mary, die in Nigeria sowohl den Bau kontrolliert als auch das Heim leitet, nach Kolbermoor, um durch Arbeit im Bereich der Altenpflege zusätzlich Geld für ihr Projekt zu verdienen. Außerdem versucht die Ordensschwester dabei, neue Paten für die armen Kinder in ihrer Heimat zu gewinnen.

Wie wichtig solche Patenschaften für die kleinen Heimbewohner (momentan sind 27 Kinder dort untergebracht) sind, stellte Marianne Mayer, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, im Pfarrheim heraus: Alleine das Schulgeld pro Kind beträgt sieben Euro im Monat. Neun Helfer, die Tag und Nacht arbeiten, hat Schwester Mary derzeit im Heim beschäftigt. Sie verdienen 30 Euro im Monat.

Marianne Mayer hatte Schwester Mary und „ihre Kinder“ vor einiger Zeit in Nigeria besucht. Sie hat viele Bilder und bewegende Eindrücke von ihrer Reise mit nach Hause genommen. Jetzt zeigte sie den Besuchern im Pfarrsaal zahlreiche Bilder von Kindern, die trotz ihrer Armut durch die Hilfe aus Kolbermoor einen glücklichen Eindruck auf den Fotos machen.

In Nigeria leben 70 Prozent der Bevölkerung in Armut. Fließendes Wasser und ausreichend Nahrung sind Luxusgüter, die sich nach Mayers Schilderungen nur ein geringer Teil der Menschen dort leisten kann. Mit fast vier Millionen Aidskranken und aufgrund mangelnder medizinischer Versorgung liege die durchschnittliche Lebenserwartung in Nigeria bei 49 Jahren.

Viele Kinder leben als Vollwaisen auf der Straße. Um ihnen eine Perspektive für die Zukunft und ein Zuhause zu geben, sammelt Schwester Mary in Deutschland unermüdlich für den Bau und den Unterhalt des Waisenhauses Spenden. Derzeit befinden sich noch etliche Räume des Gebäudes im Erdgeschoss im Rohbau. Auch Möbel für die Bewohner müssen noch angeschafft werden, wie die stellvertretende Fördervereinsvorsitzende berichtete.

„Schwester Mary arbeitet oft rund um die Uhr. Nur drei Stunden Schlaf in der Nacht sind für die Ordensfrau nicht selten. Trotzdem ist sie immer gutgelaunt und fröhlich“, sagte Mayer und appellierte an die Besucher, auch weiterhin zu spenden: „Denn nur durch unsere Hilfe aus Deutschland haben Schwester Mary und die Kinder Hoffnung.“

Für gute Stimmung trotz des ernsten Themas sorgten im Pfarrheim die Instrumentalgruppe „Karosono“ und die Gesangsgruppe „VoKaro“. Beide Gruppen stammen aus Großkarolinenfeld und wollten mit ihrem Engagement einen Teil zum weiteren Baufortschritt des Waisenhauses beitragen.

Dem Benefizkonzert und den Diapräsentationen schloss sich ein geselliges Beisammensein an. dli

Schwester Mary aus Nigeria ist in Kolbermoor inzwischen ein Name, den nahezu jeder kennt. Was für eine engagierte und mutige Frau dahintersteckt, wissen die wenigsten. Marianne Mayer, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins „Madonna Angels“, hat die Ordensschwester in ihrer Heimat, wo sie mit Geldern aus der Mangfallstadt und Umgebung ein Waisenhaus errichtete, besucht. Seitdem lässt sie der Gedanke an diese armen Kinder nicht mehr los.

Kolbermoor – Viele Besucher waren ins Pfarrheim der katholischen Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit zu einem Bürgernachmittag gekommen, um Schwester Mary wieder einmal in Deutschland begrüßen zu können. Gleichzeitig wollten die Besucher von Marianne Mayers Erlebnissen in Nigeria erfahren.

Anhand von vielen Bildern versuchte die im Förderverein engagierte Kolbermoorerin das Leben, Leiden und den Alltag der kleinen Heimbewohner darzustellen. Seit 2003 sammelt Schwester Mary durch den Förderverein „Madonna Angels“ mit Vorsitzendem Helmut Kaps Spenden für den Bau des einzigen Waisenhauses in ihrer Heimat, der Erzdiözese Onitsha.

Der Förderverein ist ein privat, gemeinnütziger, politisch und konfessionell unabhängiger Verein, der mit ehrenamtlichen Helfern unter der Schirmherrschaft des Kolbermoorer Bürgermeisters Peter Kloo arbeitet. Immer wieder kommt Schwester Mary, die in Nigeria sowohl den Bau kontrolliert als auch das Heim leitet, nach Kolbermoor, um durch Arbeit im Bereich der Altenpflege zusätzlich Geld für ihr Projekt zu verdienen. Außerdem versucht die Ordensschwester dabei, neue Paten für die armen Kinder in ihrer Heimat zu gewinnen.

Wie wichtig solche Patenschaften für die kleinen Heimbewohner (momentan sind 27 Kinder dort untergebracht) sind, stellte Marianne Mayer im Pfarrheim heraus: Allein das Schulgeld pro Kind beträgt sieben Euro im Monat. Neun Helfer hat Schwester Mary derzeit im Heim beschäftigt. Sie verdienen 30 Euro im Monat. „Obwohl sie Tag und Nacht arbeiten, sind sie glücklich, hier ein Dach über dem Kopf zu haben“, erzählte Mayer.

Einen glücklichen Eindruck auf den Bildern der Kolbermoorerin machten auch alle Kinder, darunter drei an Aids erkrankte Babys. Welch schlimme Schicksalsschläge sich hinter den deutschen Namen wie Paul, Magdalena oder Peter verbergen, auch davon wusste Mayer zu berichten. Oft handle es sich bei den Sprösslingen um ungewollte Kinder, die von vergewaltigten, verstoßenen oder äußerst armen Müttern geboren und ausgesetzt wurden.

In Nigeria gibt es weder eine Krankenversicherung noch eine Rentenvorsorge oder staatliche Unterstützung. Deshalb setzen die verzweifelten Frauen oder Familien häufig ihre Kinder aus Armut auch einfach im Straßengraben aus, wie Marianne Mayer erzählte. Im Heim und bei Schwester Mary gehe es den Kleinen sehr gut, wie sich die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins selbst bei ihrem Besuch im vergangenen Jahr vor Ort überzeugen konnte. Die Mädchen und Buben bekommen dreimal am Tag eine Mahlzeit, leben in einer glücklichen Gemeinschaft, besuchen ab zwei Jahre einen Kindergarten und ab vier Jahre die Schule.

Höhepunkt des Jahres ist für den Nachwuchs der Kindergeburtstag, denn dann gibt es ausnahmsweise einen leckeren Kuchen, Fanta, Cola und kleine Geschenke, die oft von Einheimischen vorbeigebracht werden. „Das Heim gewinnt mehr und mehr Ansehen in der Bevölkerung. Besuche wie etwa der vom Bürgermeister stehen inzwischen auf dem Programm. Leider haben die Gäste nie Geld dabei, sondern bringen Geschenke wie Reis, Kleidung, Spielsachen oder Kloopapier mit“, sagte Mayer.

Schwester Mary ist um jede Gabe froh, die ihren kleinen Schützlingen das Leben im Heim erleichtert. Über sechs erfolgreiche Adoptionen konnte sich die Ordensschwester im Laufe der vergangenen Jahre freuen. Zudem hätten auch Mütter ihre Kinder nach einiger Zeit wieder zu sich geholt, als sich ihre Lebensumstände verbessert hatten.

Derzeit ist im Heim die Freude über eine schöne, neue Küche groß. Sie wurde alleine mit Spendengeldern aus Kolbermoor finanziert. Mit Unterstützung der Religionslehrerin Irmi Glas konnte bereits zweimal in den letzten Jahren ein Spendenlauf zugunsten des Projekts „Madonna Angels“ an der Adolf-Rasp-Schule organisiert werden. Beim letzten Lauf 2011 „erliefen“ die Schüler 8000 Euro, wovon die Küche von einem einheimischen Schreiner gebaut wurde. Beim ersten Spendenlauf, der sogar 11000 Euro einbrachte, konnten vor einigen Jahren die Türen und Fenster für das Waisenhaus gekauft werden.

Das Leben in Nigeria bezeichnete Marianne Mayer in ihrem Vortrag „als hart und entbehrungsreich“. Umso beeindruckter war die Kolbermoorerin von dem unermüdlichen Einsatz Schwester Marys für „ihr Haus und ihre Kinder“, die sie nach einem Spruch Mutter Teresas erzieht: „Kinder sind Gottes schönstes Geschenk. Jedes Kind hat ein Recht auf die Welt zu kommen, ob es erwünscht ist oder nicht.“